Bodybuilding
Im Zuge des heutzutage sehr ausgeprägten Dranges – vielleicht auch manchmal schon Zwanges - gesund, schlank und fit zu sein finden viele Menschen – Frauen wie auch Männer – ihren Weg ins Fitness Studio. Dort mühen sie sich in Schweiß gebadet mehrfach die Woche Stunde um Stunde ab um endlich gesund, schlank und fit zu werden oder es zu bleiben. Für viele ist dieses Training aber schon zur zweiten Haut geworden und sie stählen mit wahrer Leidenschaft ihren Körper – ihren Body – und verwandeln sich vielleicht vom ehemaligen
Schlaffi mit einem Six Speck – oder Waschbärbauch zu einem grandiosen Bodybuilder mit einem phantastisch ausgebildeten Six Pack Bauch und Muskeln überall, wo man sie als normal Sterblicher nie im Leben vermuten würde. Bei manchen Athleten würde man meinen, der muskelgewölbte Oberarm hätte eigentlich ein Bein/Oberschenkel sein sollen. Aber wir wollen einmal ehrlich sein, welcher Mann möchte nicht so einen Traumbody haben, auch wenn es nur in seinen Träumen ist.
Bereits in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde mit dem Bodybuilding angefangen.
Das Bodybuilding heute ist mittlerweile nicht nur Sport und Kunst für viele geworden, sondern eine richtige Lebenseinstellung. Allerdings sind noch immer mehr die Männer federführend in dieser Sportart, wobei mittlerweile auch die Frauen stark nachgezogen haben. Bodybuilderinnen verlieren vielfach bei diesen extremen Trainingseinheiten, denen sie sich unterziehen, einen Großteil der dem Weiblichen zugesprochenen Attribute, Weichheit, Zartheit, weibliche Rundungen usw.. Sie wirken leicht übertrainiert und maskulin, selbst wenn sie es nicht sind oder sein wollen.
Bekannte und berühmte Bodybuilder sind u.a. Arnold Schwarzenegger, Lou Ferigno, Ralf Möller – sie wurden auch durch das Fernsehen und ihre diversen Spielfilme für viele ein Idol., denn wer kennt und liebt sie nicht "Conan, der Barbar" den quasi unkaputtbaren "Terminator", den trotz allem liebenswerten grünen "The incredible Hulk", "The Scorpion King" und den "Gladiator" uvm..
Beim Bodybuilding steht die Modellage des Körpers primär im Vordergrund. Es soll ein möglichst großer Muskelaufbau bei ganz geringem Anteil von Körperfett durch gezielte Übungen der Muskeln und durch den ebenfalls gezielten Einsatz von Fitnessgeräten und Hanteln erreicht werden. Bodybuilding ist pures Krafttraining allerdings ohne auf Zuwachs von Kraft Wert zu legen. Hier macht es so zu sagen die Masse... Das Training beim Bodybuilding lebt von ständigen Wiederholungen, allerdings mit der Prämisse, dass sich die Muskeln regelmäßig regenerieren dürfen und auch sollen. Beachten müssen aber die Bodybuilder bei ihrem Training, dass sie Ihre Körper nicht übertrainieren – in den letzten Jahren ist dies unter dem Schlagwort Overreaching bekannt geworden. Damit wird der Punkt bezeichnet, an dem das Übertrainieren beginnt und der Körper beginnt auszubrennen, statt Muskeln aufzubauen. Das Training darf nicht zu kontinuierlich auf hohem Niveau gehalten werden. Wenn der Bodybuilder sich und seinen Muskeln nicht ausreichend Zeit gönnt zu regenerieren, dann wird er auch nicht das gewünschte Ergebnis erreichen. Im Gegenteil, das Overreaching kann zu Kardioproblemen und stagnierendem oder zurückgehendem Muskelwachstum führen. Nach jeder Trainingseinheit ist auch die richtige Ruhephase notwendig, denn nur in der Ruhephase bauen sich die Muskeln auf. Wenn der Athlet zu früh wieder trainiert wird, ist das kontraproduktiv.
Allerdings tut sich beim Bodybuilding in Sachen Muskelaufbau nichts ohne eine entsprechende Aufbaudiät. Das bedeutet für den Bodybuilder 5-6 Mahlzeiten am Tag zu sich zu nehmen und zwar mit einer gut durchdachten Mischung von Proteinen, Eiweiß, komplexen Kohlehydraten und mehrfach ungesättigten Fetten – das heißt maximale Zunahme des Gewichts bei einem Körperfettanteil, der konstant bleibt zusätzlich zum unausbleiblichen Krafttraining.
Das größte Ereignis, auf das jeder Bodybuilder hin arbeitet, ist, einmal zusammen mit einigen Konkurrenten auf einer Bühne zu stehen und in einem Wettstreit seine Muskeln spielen zu lassen. Eine Jury bewertet dann die angetretenen Wettkämpfer nach den Kriterien Symmetrie (die ausgewogene Entwicklung aller Körperteile des Athleten), Präsentation (das ist die Art, wie der Bodybuilder sich vor der Jury und dem Publikum demonstriert, die Show, die er in drei Runden abliefert wie das in einer Reihe halb entspannte Stehen "Line-up“; die Pflichtposen und die Kür beim Posing) , Muskulosität (Masse, Dichte, Härte und Teilung der Muskeln , die Muskelgruppe muss deutlich zu sehen sein) und Vaskulösität (die Venen müssen überdeutlich sichtbar sein, was einem sehr niedrigen Anteil von Körperfett entspricht). Da mittlerweile altersmäßig dem Bodybuilder und dem Bodybuilding keine Grenzen mehr gesetzt sind – in Amerika finden ganz spezielle Events auch für ältere Bodybuilder statt in den Kategorien Über 50" Über 60", Über 70" ; die weltweit älteste Bodybuilderin ist mittlerweile 86 Jahre alt, sie trainiert immer noch und geht auch zu Wettkämpfen und sie sieht ausgesprochen attraktiv, gut und um mindestens 20 Jahre jünger als biologisches Alter aus – finden die Wettkämpfe immer gesplittet in Alters- und Gewichtsklassen statt, ebenfalls auch noch getrennt in Profis und Amateure. Die Darbietung des einzelnen Bodybuilders / der Bodybuilderin wird Posing genannt und dafür müssen dieAthleten mit Bikini und / oder Posing-Slip bekleidet sind und der Körper wird noch mit einer speziellen getönten glänzenden Body Make Up behandelt, damit sich die einzelnen Muskeln, Venen usw. besser abzeichnen.
Die Verletzungsgefahr bei dieser Sportart ist sehr gering, allerdings kommen durch das einseitige Training – also nur Muskelaufbau und kein Ausdauertraining – beim Bodybuilder gerne öfter mal Bluthochdruckerkrankungen vor. Auch können in späteren Jahren Haltungsschäden auftreten. Vor Doping allerdings wird gewarnt, denn hier können irreparable Schäden vorkommen.
Die Pflege des Körpers und die Gestaltung des gesamten Aussehens ist für den Bodybuilder schon ein persönliches fast schon exzessives Muss, eine ganz besondere Lebensphilosophie, ja sogar schon ein Lebensstil.. Dieses sich Pflegen und den Körper in eine wettkampfträchtige Form und sich selber zu betrachten hat schon narzisstische Züge. Die Pflege ist sehr zeitintensiv und beeinflusst den ganzen Tagesablauf des Athleten.
Überall wo er geht und steht hat er sich im Blickfeld und lässt gerne die Muskeln spielen.
Weder Solarien noch Kosmetikstudios sind dem Bodybuilder fremd. Unterstützt wird das Verlangen nach gutem Aussehen und dem Wunsch sich und seinen trainierten Körper zu Schau zu stellen durch entsprechende Kleidung. In der Zwischenzeit gibt es sogar schon spezielle Kleidung für den Bodybuilder wie zum Beispiel Hosen mit extrem weiten Beinen oder auch Shirts usw.. Besonders die extrem legere weite Mode der Hip Hop Gesellschaft kommt ihnen vom Schnitt entgegen, sie klemmt nichts ein und zwickt nicht. Selbstverständlich gibt auch Bodybuilder, denen das alles fremd ist und die einfach nur ihren Körper trainieren, weil es ihnen so gefällt, weil sie sich so besser fühlen.
Alles in allem ist das Bodybuildung – wenn es verantwortungsvoll und vernünftig betrieben wird – entgegen aller Vorurteile ein Leistungssport, der auch noch im hohen Alter durchgeführt werden kann und ein Positiverlebnis für die Psyche ist.
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